Nachtrag zum Jakobsweg Minden-Soest

Vor einer ganzen Weile habe ich euch mal die erste Etappe des Jakobsweges Minden-Soest vorgestellt. Seitdem hat sich viel getan. Es betrifft aber nicht nur den Jakobsweg, sondern auch den Wittekindsweg und den Mühlensteig bzw. das Ausflugsziel rund um das Kaiser Wilhelm Denkmal und die Wittekindsburg.

Seit geraumer Zeit wird am Kaiser Wilhelm Denkmal mächtig gebaut. Es entsteht dort sozusagen ein großes Besucherzentrum mit Informationen zur Gegend und zum Denkmal selbst, sowie ein Restaurant und neue kostenpflichtige Parkplätze. Unter anderem die Stadt Porta Westfalica möchte diesen Bereich touristisch stärken. Es ist sogar von einer Seilbahn die Rede, die Besucher irgendwann einmal auf den Berg bringen soll.

Auch an der Wittekindsburg wurde durch einen Verein gearbeitet und ist ein neues altes Ausflugsziel vieler Menschen geworden.

Das alles ist sehr erfreulich für die Region, allerdings hapert es noch immer an den (Wander-) Wegen. Nach wie vor ist der Weg, den ich (versehentlich) vom Denkmal Richtung Wittekindsburg eingeschlagen habe, gesperrt. Die richtige Wahl wäre der Kammweg ein Stück oberhalb „meines Weges“ gewesen. Und das soll wohl auch so bleiben. Angeführt werden dafür Natur- und Wildschutzgründe. Aus denselben Gründen sind auch andere Wege gesperrt.

Da man sich nun aber Gedanken über ein Tourismuskonzept macht, werden Stimmen immer lauter, diese Wege doch bitte wieder für Wanderer/Spaziergänger zugänglich zu machen und diese entsprechend zu sichern. Eine Gratwanderung (sic!) zwischen Naturschutz und (sanftem) Tourismus. Man darf gespannt sein, was dort noch passiert.

Für mich als Wanderin wäre natürlich ein großes Wanderwegenetz wunderbar, wenn es die entsprechend gute Beschilderung hätte. Dann wäre es meiner Ansicht nach auch gar kein Problem, den einen oder anderen Weg eben nicht freizugeben. Wenn man aber gezwungen ist, sich „durchzuschlagen“, weil die Markierungen unzureichend sind, nutzt auch der Wille zum Natur- und Tierschutz nichts. Und bei erwarteten erhöhten Besucherzahlen wird diese Situation sicher nicht besser.

Probleme mit der erhöhten Besucherzahl gibt es nun scheinbar an der Wittekindsburg. Sie ist als Ausflugsziel mittlerweile so beliebt, dass die Wege dorthin oft zugeparkt sind. Ein Konzept fehlt da scheinbar noch. Ein großes Problem ist auch hier die Verkehrsicherung der Wege. Laut meiner Tageszeitung (Neue Westfälische) gibt es 25 Waldbauern, die das beträfe. Eine große Anzahl von Besitzern mit ihren eigenen Ansprüchen und Wünschen für ihre Grundstücke. Und natürlich ist das eine Kostenfrage.

Wenn man ein Tourismuskonzept für den Kaiser Wilhelm erstellt, dürfen die Wittekindsburg und die benachbarte Kreuzkirche keinesfalls außer Acht gelassen werden. Nur zusammen kann ein erfolgreiches Konzept für die Region entstehen. Und ich hoffe, dass dabei auch die Wanderwege samt Beschilderungen profitieren werden.

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