Patensteig

Strecke: etwa 7,5km – Rundweg – Meine Zeiteinschätzung: etwa 2 Stunden

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Schon lange habe ich diesen Rundweg im Blickfeld, aber wie hinkommen? Mein Lebensgefährte würde mich ja fahren, aber er würde weder mitwandern noch am Startpunkt auf mich warten. Das würde mal wieder bedeuten, dass er ca. 160km fahren würde (2 mal hin und zurück), damit ich meinem neuen Hobby fröhnen kann.

Dann die Idee. Unsere Freunde würden uns Halloween besuchen und beide sind nicht fußfaul. Sollten wir die Cocktailparty am Samstag Abend gut überstehen und wir nicht allzu spät aufstehen, dann könnte man ja bei passendem Wetter…

So hatten wir einen schönen Samstag Nachmittag/Abend mit leckerem Essen (u.a. natürlich Kürbissuppe). Richtig „alt“ wurden wir aber trotzdem nicht und so hatte ich Hoffnung, dass wir am nächsten Tag früh genug wach sein würden und nach dem Frühstück aufbrechen können.

Ich war früh wach, aber der Rest – naja. Und gefrühstückt wurde auch ausgiebig und gequatscht. Und abwürgen wollte ich das auch nicht. So kam es, dass wir erst am frühen Nachmittag ins Weserbergland, genauer ins Extertal aufbrachen. Das liegt südlich von Rinteln.

Auf den Bildern im Internet waren kleine Wasserfälle zu sehen und ich freute mich schon sehr darauf. Natürlich hatte ich wieder mein GPS-Gerät gefüttert und mein Begleiter hat eine App auf seinem Smartphone, die er erst kurz zuvor im Elbsandsteingebirge erfolgreich getestet hat. Ich muss sagen, ich war davon sehr begeistert!

Als wir am Ziel ankamen und geparkt hatten, bot sich dieses Bild:

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Au weia! Nach meinen ziemlich einsamen Touren würde dies wohl was komplett anderes werden. Nicht nur ein Begleiter, sondern ganz viele! Aber immerhin haben wir nah am Startpunkt der Tour geparkt und schon wenige Meter von unserem Auto war ein Hinweisschild auf den Patensteig.

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Und schwupp, waren wir im Wald. Ich hoffte ja, dass dieser Weg gut ausgeschildert ist. Oder waren hier schon alle Schilder aufgebraucht? Hoffentlich nicht, denn sie sind ja doch echte Hingucker. Aber wir waren ja doppelt mit zwei Navis auf fast alles vorbereitet.

 

 

Zunächst ging es über  Trampelpfade und Treppen aus Natursteinen. Oft sehr schmal und vor allem an Abhängen. Ausrutschen nicht erlaubt, denn auch 10-20 Meter in die Tiefe rutschen kann zu Genickbruch führen.

Es gab immer mal wieder was zu Lesen am Weg. Über ehemalige Schützengräben, Bäche, Felsen, Kunst (?)

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Zum Glück war es gar nicht mehr sooo voll hier. Wir lasen all die Tafeln auch gar nicht, weil es einfach schon zu spät war. Sollte die Runde wie angekündigt zweieinhalb Stunden dauern, dann würden wir im Dunkeln zurückkommen, wenn wir zu sehr bummelten. So genossen wir einfach die Herbststimmung im Wald und freuten uns über die bunten Weghinweiser. Auch eine kleine Straße mussten wir queren.

Hier hätte man auch parken können und den ersten Teil der Runde weglassen. Überhaupt ist der Rundwanderweg eigentlich eine Acht und man hätte auch später abkürzen können indem man den 2. Teil der Acht gar nicht geht. Aber das kam für uns natürlich nicht infrage.

Ein Teil des Weges war außerhalb des Waldes an Äckern entlang. Der ist Weg breit und gut zu gehen und wir stiefelten munter voran auf den bunten Wald zu.

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Aber halt, mein Garmin hat schon lange nicht gepiepst und auch das GPS meines Begleiters war der Meinung, dass wir eine Abzweigung verpasst haben. Wir haben uns so gut unterhalten und den schönen bunten Wald  so sehr im Blick gehabt, dass wir die Abzweigung links einfach nicht als „unsere“ Abzweigung wahrgenommen haben. Aber nicht schlimm, denn die App sagte uns, dass wir nur 200m zurück müssen. Von wegen mit dieser App verläuft man sich nicht 😉 Hätten wir auch nicht, wenn sie nicht auf akkuschonenendes „lautlos“ geschaltet gewesen wäre…

Aber wir kamen auch nach der Abzweigung wieder in schönen Wald.

Aha, ein Bächlein. Wo wohl die Wasserfälle sind?

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Mittlerweile war es ziemlich dunkel im Wald und das Fotografieren fast unmöglich. Klar, dass wir da die „Wasserfälle“ entdeckt haben. Naja, das waren eher Rinnsale. Und viel zu sehr im Schatten für ein Foto.

Wir sahen irgendwann noch eine solche Stelle, wo das Wasser an einer Wand herunterkam, aber auch hier keine Chance auf ein brauchbares Bild. Es war einfach zu spät geworden!

 

 

 

 

Nur dieser Pilz ließ sich noch halbwegs ablichten

Dann ging es wieder für eine Weile heraus aus dem Wald, aber nur dies hier war mir noch ein Foto wert

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Wir waren mindestens 2 -300 Meter vom Windrad entfernt, nie hätte ich in entsprechender Jahreszeit an eine solche Gefahr gedacht. Und ich mache mir Gedanken über herunterfallende Eicheln…

Als wir am Auto zurück sind, ist es schon recht dunkel, zu Hause angekommen richtig dunkel. Wir stärken uns mit dem Rest der Kürbissuppe von gestern und freuen uns, dass wir einen so schönen Nachmittag hatten.


Fazit:

Eine schöne Wanderung, die leicht zu gehen ist und sicher auch Kindern Spaß macht. An einer Stelle muss über ein Gitter geklettert werden (etwa 1,30m hoch) und manchmal ist der Weg recht schmal. Da ist schon etwas Trittsicherheit gefragt, weil man einen Hang hinunterrutschen könnte. Um die kleinen Wasserfälle zu sehen sollte man nicht zu spät am Tag aufbrechen, da sie sehr im Schatten liegen und eventuell sind sie auch im Frühjahr üppiger als im Herbst nach einem trockenen Sommer. Die Runde ist gut ausgeschildert und hat mir viel Spaß gemacht.

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