Schottland 2009 (Teil 3)

Donnerstag, 11. Juni 2009: Destillen-Tour

Heute beginnt der letzte volle Tag hier. Schade! Da wir ja nun aber in der Gegend des River Spey sind, wo es sehr viele Destillen gab, da lag es doch nahe, einige davon zu besuchen.

Ich hatte irgendwo einen Flyer mitgenommen, auf dem verschiedene Touren angeboten wurden. Sozusagen eine Sauftour, auch wenn dies hier natürlich nicht unter dem Namen angepriesen wurde. Aber zu jeder Besichtigung gehört nun einmal eine Verkostung dazu…

Für uns kam das aber nicht in Frage, da Heiko auch ohne Alkohol im Bus sehr übel wird. Also fuhren wir alleine los. Als erstes erreichten wir Tormore.

Wir waren ganz fasziniert von der Leistung des Gärtners/der Gärtner, die hier Elemente des Brauens in die Büsche geschnitzt haben.

Wir staunten noch, als plötzlich ein Glockenspiel begann. Es war (glaube ich zumindest) 10 Uhr. Wahnsinn, wie gebannt blieben wir stehen. Als es dann zuende war, suchten wir ein Visitor Center, aber wir fanden es nicht, da wir da auch nicht einfach so auf dem Werksgelände herumlaufen wollten. Ein Hinweisschild gab es jedenfalls nicht.

Wir fuhren weiter und kamen zur Cragganmore Destille.

Wir fanden auch sofort das Visitor Center, das natürlich auch wieder ein Shop war.

Eine Tour lehnten wir ab, eine Verkostung auch. Aber wir staunten über die Auswahl vermeintlich fremder Whiskys. Man bekam hier auch die zum Beispiel von Islay oder Isle of Sky oder weitere. In unseren Besitz ging aber nur ein 12-jähriger Cragganmore über.

Weiter ging es und irgendwie müssen wir uns verfahren haben. Da sahen wir ein Hinweisschild zum Drumin Castle – fahren wir doch dort mal hin und schauen, was es dort zu sehen gibt!

Zunächst viele Weiden mit reichlich Kühen. Die Schwarz-bunten, nicht etwa die hier sonst typischen Highland-Rinder. Dann aber der Parkplatz und wir gingen los. Wo soll denn hier eine Burg oder ein Schloss sein? Es ging erst mal bergauf…

Und dann sahen wir es auch schon nach einer Biegung über uns:

Eine Ruine. Na, auch mal interessant und das ganz ohne Eintritt zahlen zu müssen. Dass die Leute früher deutlich kleiner gewesen sein müssen, erkannte man an den Türen und auch an den Treppen:

Da wird wohl aber keine Frau in wallenden Kleidern mit Reifrock durchgegangen sein?

Richtig ergiebig war das hier nun nicht, aber eine nette Abwechslung. Wir gingen zum Parkplatz zurück und fuhren weiter. Schon ein wenig lustlos, weil wir irgendwie gar nicht dahin gelangt waren, wo wir es wollten. Da sahen wir plötzlich ein Hinweisschild auf die Destille von Cardhu. Und Johnnie Walker. Hä? Ist der auch schottisch? Das war uns gar nicht bewusst gewesen!

Nach einiger Sucherei fanden wir die Destille dann auch.

Wir sahen uns draußen um und fragten uns, was das denn jetzt für ein Gebräu sei

Nach kurzem Herumlaufen fanden wir natürlich auch wieder ein Visitor Center, wir waren hier die einzigen. Und natürlich hatte gerade die Tour begonnen und waren zu spät dran. Na klar. Aber der junge Mann im Verkaufsraum war sehr sehr freundlich und erzählte uns eine Menge. So zum Beispiel, dass sich einige kleine Destillen zusammengeschlossen haben, damit sie das Marketing zusammen machen konnte. Einzeln hätten sie auf die Dauer nicht überlebt. Das erklärt auch die verschiedenen Whiskys in den Shops!

Er zeigt uns die verschiedenen Whiskys und erzählte was zu den Destillen und bei manchem auch, dass es die Destille nicht mehr geben würde. Wenn der Vorrat aufgebraucht sein, gäbe es eben keinen mehr. Und was, wenn er doch lecker ist? Ein grinsendes Schulterzucken…

Heiko und ich überlegten eine Weile, ob wir uns ein Set Minis kaufen sollten, wo einer dieser seltenen Scotches dabei ist. Das war gar nicht mal so teuer, aber wenn wir den Mini probiert hätten, wäre er auch schon leer. Und nur hinstellen und nur wissen, dass das was ganz Tolles ist? Nee, das war uns dann doch zu blöd. Daher kauften wir nur eine Flasche Cardhu. Das erste Mal bezahlten wir in einem Geschäft mit der Kreditkarte, was glatt schief ging.  Wir wussten die PIN nicht! Aber der nette Mann konnte das Gerät umstellen und wir konnten ohne PIN zahlen – puh!

Und dann erfuhren wir auch etwas über Johnnie Walker. Das ist ein Blend aus verschiedenen Single Malts. Und je nach Farbe, sind da eben auch verschiedene Malts drin. Ahaaaa! Wir kannten ja schon den Red Label und den Black Label, aber es gab auch grün, blau, gold… Und auf denen steht auch hinten genau drauf, aus welchen Malts die geblendet wurden. Das ist ja interessant!

Wir haben dann irgendwann viel später – ich glaube 2012 – mal den Red, den Black und den Green Label hintereinander probiert. Und tatsächlich, die schmeckten alle ähnlich, aber irgendwie auch nicht. Deutlich zu spüren war aber der Unterschied in der Qualität. Während der Red noch ein netter „Alltags-Whisky“ ist, gehört der Black doch schon eher zur besseren Sorte. Aber der Green ist der Hammer: Absolut rund und weich. Wie wohl der Blue Label dann schmeckt? Bisher ist der uns noch zu teuer…

Anschließend ging es wieder zurück nach Grantown on Spey. Wir hatten Hunger! Und uns fiel nichts Besseres ein, einmal einen Inder auszuprobieren. Gaaaanz schlechte Idee! Der verstand uns nicht, wir ihn nicht und das Essen, was dann kam, war irgendwie nicht das, was wir bestellt zu haben glaubten. Und zu allem Überfluss schmeckte es nicht einmal. Heiko will jetzt nie wieder zum Inder – schade, denn es gibt auch welche, die kochen können…

Wir machten noch ein paar Fotos in Grantown. Und damit ihr seht, ob die Frau vom Ardmair Campground recht hatte mit ihrer Meinung, hier mal zwei Bilder von der Hauptstraße:

Am Nachmittag fingen wir dann an auszumisten und zusammenzupacken. Ein Campingtisch darf in Schottland bleiben sowie auch noch so einiges anderes an Kleinkram. Morgen geht´s dann nach Hause…

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