Schottland 2009 (Teil1)

 

 

Dienstag, 2. Juni 2009: Die Trossachs

Heute morgen setzte ich Tee auf und machte alles klar für das Frühstück. Nervig waren dann aber lauter kleine Fliegen, die meiner Meinung nach wohl ein Gewitter ankündigten. Schade, das macht ja so keinen Spaß! Noch während wir das Geschirr spülten, stellten wir fest, dass wir total zerstochen waren! Von wegen Fliegen…

Vorne beim Check in fragten wir dann nach Sonnencreme, denn es stellte sich auch eine leichte Rötung der Haut ein und richtig verbrennen wollten wir uns ja nicht. Ja ja, Heizung einpacken, aber keine Sonnencreme! Nun ja, aber Sonnencreme hatten die nicht. Überhaupt sei das Wetter ungewöhnlich. So heiß war es hier noch nie. Aber in Schottland solle man sich darauf einstellen, dass man alle 4 Jahreszeiten an einem Tag erleben könne. Auf die Flugviecher angesprochen meinte man, das seien midges und die seien extrem lästig. Wir zeigten unsere Arme und Beine und sie verstanden, dass wir bereits reichlich Erfahrung an unserem ersten Morgen damit gemacht haben.

Dann sind wir nach Aberfoyle hinein gefahren. Dort gibt es einen Coop, wo wir Sonnencreme zu kaufen hofften. Nö, Regale ratzeputz leer. Das läge am ungewöhnlichen Wetter…

Dann sollte es aber nun auf Entdeckungsfahrt durch die Trossachs gehen. Das ist das Land von Rob Roy, dem Robin Hood Schottlands. Die Geschichte von Sir Walter Scott gibt´s auch als Film mit Liam Neeson, den ich aber vor dieser Reise nicht gehen hatte. (Aber danach. Schöne Landschaft… ) Wir fuhren also einen Berg hinauf und das satte grün Schottlands umhüllte uns komplett. Wahnsinn! Wie grün!

An diesem Aussichtspunkt trafen wir auch unseren „ersten Schotten“ der natürlich untenrum ohne war. Den Beweis musste er aber nicht antreten, das haben wir ihm so geglaubt. Sein Kilt hatte laut seiner Aussage das Muster seines Clans. Jeder Clan hat sein eigenes Muster.

Dann ging es weiter, denn hier in der Gegend gab es zahlreiche Lochs. Der erste davon war Loch Array, an dem ein riesiges Schloss stand.

Dann ging es weiter zum Loch Katrine. Der Wanderweg dort sah sehr verlockend aus und wir gingen los. Auch Fahrräder hätte man mieten können.

Mir gefiel es sehr gut dort und ich wäre gerne bis zum anderen Anlegesteg gelaufen, um von dort mit dem Ausflugsschiff zurückzukehren. Dazu ließ sich Heiko natürlich nicht überreden.

 

Also ging es weiter zum Loch Venachar. Dort waren ein paar Jugendliche, die dort auch badeten. Also wir auch mal die Füße reingehalten – brrrrr!

Eine Möwe beobachteten wir eine ganze Weile bei der Jagd, aber so recht erfolgreich war die nicht.

Auch hier ließ es sich gut aushalten. Aber irgendwie brauchten wir wirklich Sonnencreme und machten uns auf den Weg nach Stirling, was kurzzeitig die Haupstadt Schottlands war. Dort sollte es einen Tesco geben, einen Supermarkt. Den fanden wir auch. Er war riesig, etwa vergleichbar mit real bei uns. Da sollten wir ja wohl Sonnencreme bekommen. Wir liefen durch die verschiedenen Abteilungen, deckten uns mit Bier und dem nächsten Scotch ein und suchten dann die Sonnencreme. Huch! Ratzeputzleer das Regal! Das gibt´s ja nicht! Eine Flasche 10er Sonnenmilch stand noch abseits. Die wanderte sofort in den Korb.

Dann ging es hinauf zum Schloss. Es war schon später Nachmittag, aber es war trotzdem noch recht voll dort. wir genossen die Aussicht von dort oben.

Dann ging es langsam wieder zurück Richtung Aberfoyle. Aber wir fuhren Nebenstraßen, denn wir wollten ja Schottland kennenlernen und nicht nur die Hauptstraßen abfahren. So landeten wir auf beinahe abenteuerlichen Wegen am Carron Dam. Hier wurde wohl Energie für Glasgow und Edinburgh gewonnen und diente ebenso als Trinkwasserquelle.

Dann ging es aber mit noch ein paar Fotostopps nach Aberfoyle

Immer noch total beeindruckt suchten wir einen Pub oder so, wo wir auch was essen konnten. Da gab es eine gut besuchte Kneipe, die zwar riesig war, aber keinen Tisch mehr frei hatte. Da gingen wir gegenüber in das Restaurant, wo auch ein paar Leute waren. Nette, aber deutlich leisere Stimmung dort. Wir studierten die Karte und ich weiß noch, dass ich Coleslaw bestellen wollte. Für mich war das bis dahin Krautsalat und ich fragte vorsichtshalber, ob der vielleicht mit Speck oder so sei (hatte ich mal in Deutschland erlebt). Der Kellner verstand mich aber nicht so recht – er wunderte sich sogar ein wenig. Was ich bekam, war einfach ein gemischter Salat (Eisbergsalat etc). Was ich noch dazu bestellt hatte, weiß ich nicht mehr. Heiko aber hatte sich die Burger-Karte angeschaut und bestellte einen mit Stilton. Ooookaaay…

Der Burger kam und Heiko probierte vorsichtig. Mmmmh, lecker! Er mampfte und freute sich über seine Wahl. Als der Kellner abräumte, fragte Heiko irgendwas wegen der Zubereitung und sagte, dass er den Burger total lecker fand. Das solle er bitte dem Koch ausrichten. Kurze Zeit später kam der Koch (wohl der Sohn des vermeintlichen Kellners) und er erklärte Heiko genauestens die Zubereitung des Burgers. Wir waren perplex. Heiko bedankte sich per Handschlag mit den Worten:“ The best Burger ever“. Das Lächeln des Kochs konnte breiter nicht sein. Und Heiko meinte das Kompliment auch ernst – das war nicht nur eine Floskel.

Natürlich kauften wir auf dieser Reise noch öfters Stilton, denn er schmeckt auch (dünn) auf Brot sehr lecker!

Mit ein paar Bier und einem Whisky setzten wir uns dann ins Zelt, nachdem Heiko es mit Raid „midges-frei“ gemacht hatte. Wir spielten ein paar Runden uno und Keltis, was gerade Spiel des Jahres war und irgendwie zu dieser Reise passte…

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