Schottland 2009 (Teil1)

Freitag, 5. Juni 2009: Callander oder: Joa is denn heut scho Weihnachten?

Also diese Nacht war immer noch nicht wärmer…  Da müssen nächste Nacht auch noch Socken an die Füße!

Gestern abend beim Gespräch mit dem Campingwart fragte ich nach einer weiteren Location, die man vielleicht besuchen könnte. Er schlug Callander vor. Das war nicht weit weg, also los. Wie gestern war das Wetter eher trüb, aber davon lasen wir uns die Laune natürlich nicht verderben.

Wir kamen in Callander an und ganz plötzlich kamen ein paar dicke Tropfen vom Himmel. Wir schafften es gerade noch unsere Regenjacken anzuziehen.

Es schüttete richtig los. Aber noch bevor wir uns überlegt hatten, ob wir hier abbrechen (10 Meter vom Auto entfernt!), hörte der Regen genauso plötzlich wieder auf wie er angefangen hatte. Ja dann können wir uns den kleinen Touri-Ort ja auch ansehen. Prima!

Hier ein paar Eindrücke:

Es gab unglaublich viele kleine Geschäfte, ich fand den Ort richtig süß. Aber dieser Laden überraschte mich am allermeisten:

Da gab es wirklich – jetzt im Juni! – Weihnachtsdeko. Warum wir davon keine Fotos haben, ist mir ein Rätsel.

Dann suchte ich einen Geldautomaten, denn so langsam brauchte ich wieder Bares. An einem Geldautomaten war ich schon ein paar Tage zuvor gescheitert. Hier jetzt der nächste Versuch mit meiner EC-Karte (war es da schon Maestro? keine Ahnung, ist ja auch egal). Ich wollte 400 Pfund, aber das ging nicht. Merkwürdig. Ich ging in die Bank hinein und fragte dort einen Mitarbeiter. Der aber war nicht zuständig für die Automaten draußen und konnte mir auch kein Geld auszahlen. Na, so ein Mist! Wir waren fast blank.

Ja ja, ihr wisst jetzt schon des Rätsels Lösung, oder? Na klar: Ich probierte 200 Pfund und es klappte! Da habe ich wohl zuviel auf einmal gewollt!

Wie auch immer, wir waren erleichtert. Und da nun auch dieser Ort nicht mehr viel hergab (nicht mal mehr Geld), machten wir uns auf den Weg nach Stirling, was recht nahe lag und enterten noch einmal den Tesco. Wir schauten uns die DVDs dort an und stellten fest, dass sich die Sprachauswahl auf Englisch und Spanisch beschränkte. Komisch, in Deutschland sind da immer (oder oft) viel mehr Sprachen drauf. Die DVDs blieben also wo sie sind und wir stöberten weiter. Natürlich wurde unser Biervorrat aufgefüllt (nach netter Beratung eines Angestellten) und ein weiterer Whisky wurde unserer Sammlung hinzugefügt. Ein neuer Standard wurde auch der Einkauf von mundgerecht zubereitetem Obst.

Da muss ich doch mal kurz etwas zur Deklarierung der Lebensmittel schreiben. Auf allen Convenience-Produkten steht sehr deutlich drauf, welche Stoffe darin enthalten sein können, die Allergien erzeugen. Wie etwa Nüsse, Sellerie etc. Und ob der Artikel laktosefrei ist. Und – für mich gut – ob er Veggie ist. Die erste Zeit las ich trotzdem immer skeptisch die Zutatenliste durch. Aber irgendwann hatte ich Vertrauen.

Die Sandwiches in den Plastikverpackungen (im Dreieck) waren deutlich leckerer als die, die ich aus Deutschland kannte (die sind nämlich bä-bä) und die Auswahl auch für Veggies war riesig.

Un zu guter letzt (schreibt man das so?) wanderten noch 2 Flaschen Malt Vinegar in den Einkaufswagen. Dann kann es auch zu Hause Chips mit Vinegar geben. (Wenn ich gewusst hätte, wie lange die halten, hätte ich nur eine Flasche gekauft)

Nach dem Bezahlen  – Small Talk an der Kasse inklusive – verließen wir den Markt. Und was macht ihr, wenn euch direkt auf eurem Weg jemand entgegen kommt? Umrennen? Manchmal, aber normalerweise weicht man ja nach rechts aus. Ihr ahnt es: Die Briten weichen nach links aus. Eine Frau lachte sich schlapp und fragte mich: „Do you wanna dance?“

Das sind so Kleinigkeiten, an die man gar nicht denkt und normalerweise intuitiv erfolgen. Schnell rechts einparken, nach rechts ausweichen…

Als wir dann wieder in Aberfoyle ankamen, war es Essenszeit. Es war unser letzter Abend hier und wir beschlossen, wieder in das Restaurant vom ersten Abend zu gehen. Der Wirt (der neulich der Koch war) begrüßte uns direkt freudig mit Handschlag und fragte Heiko direkt, ob er wieder einen Stilton-Burger wolle. Nein, er interessiere sich auch für seine weiteren Spezialitäten und wollte irgendwie erklärt haben, was wohl Haddock sei. Alles was er heraushörte war, dass es Fisch sei. Nagut, dann Haddock. Was ich hatte, weiß ich schon nicht mehr – ich glaube, Ofenkartoffel mit Sour Cream und Salat.

Wieder war es sehr lecker und dieses Mal war der Fisch auch grätenfrei. Während wir so dasaßen, stellten wir fest, dass die hier Guinness und Foster zapften. Jeweils einmal kalt oder nach Wunsch auch ungekühlt. Obelix würde sagen: „Die spinnen, die Briten“

Wir verabschiedeten uns ausgiebig von dem Wirt/Koch und er bedauerte sehr, dass wir am nächsten Tag Aberfoyle verließen. Wir versprachen, sein Restaurant weiter zu empfehlen. Auf Nachfrage meinte Heiko, dass der Burger von dort immer noch einer der besten in seinem Leben war, trotz zweier nachfolgender USA-Reisen.

Ihr wisst, wie der Abend zuende ging und  ich ging dann wirklich mit Socken in die Kajüte.