Schottland 2009 (Teil2)

Montag, 8. Juni 2009: Nordwärts!

Heute eigentlich der landschaftlich schönste Tag – zumindest für mich. Hier – wirklich hier – wohnt nun ein Teil meines Herzens. Beim Bilderaussuchen erfasste mich eine unglaubliche Sehnsucht und entsprechend fiel es mir schwer, mich mit den Bildern zurück zu halten.

Heute sollte es in den äußersten Norden des schottischen Festlandes gehen. Mal sehen, wie weit wir kommen. Durch unseren Versuch zum Mull of Kintyre zu kommen, hätte ich eigentlich wissen müssen, dass wir nicht die große Runde schaffen würden.

Zum Frühstück wurden wir erst einmal von der Küstenwache begrüßt. Sie machten scheinbar eine Übung oder inspizierten die Gegend etwas genauer, da nicht nur das große Schiff dort war sondern auch noch ein Schlauchboot.

Bei bestem Wetter fuhren wir los, auch wenn es eigentlich stark bewölkt war. Aber die Wolken zogen so schnell, dass man immer wieder genug Sonne abbekam und nicht das Gefühl hatte, dass dies nun ein dunkler trüber Tag sei.

Wir fuhren als erstes zu einer Art Aussichtspunkt auf einen kleinen Berg hinauf, wo scheinbar auch ein Trailhead für eine Wanderung war. Aber Heiko wollte nicht laufen und wir hatten ja eigentlich auch anderes vor. Viel zu wenig Zeit für all die schönen Dinge! Ein kleiner Vogel verfolgte uns auf Schritt und Tritt bis wir endlich aus dem Auto einen Keks holten und ihm hinwarfen. Unglaublich, dieser „Bettler-Vogel“. Wir mussten echt aufpassen, dass wir ihn nicht treten, so hartnäckig verfolgte er uns. Aber jetzt war er erst mal beschäftigt. (Heute würde ich keine wilden Tiere mehr füttern, aber der Vogel war eigentlich auch alles andere als wild. Das kommt, wenn Menschen es doch sooo gut meinen und das Tier doch soooo süß ist!)

Es ging weiter Richtung Norden. Immer wieder auf und ab mit immer neuen schönen Ausblicken.

Es gab auch immer mal Regenschauer, die schnell vorbei waren. Zwischen dem obigen Bild (da waren wir noch im Trocknen) und dem unteren Bild liegen gerade mal 7 Minuten.

 

Immer wieder gab es Ruinen von alten Gebäuden zu sehen oder auch Gedenkstätten an die Kämpfe im 2. Weltkrieg. Schottland muss strategisch wichtig gewesen sein.

Irgendwie will diese moderne Brücke gar nicht so recht ins Bild passen und tatsächlich sah man auch viel alte Brücken, die noch „in Betrieb“ sind. Manchmal aber auch neue Brücken direkt neben der alten, da die alte wohl nicht erhalten werden konnte bzw. den heutigen Lasten nicht mehr standhalten kann.

Und dann waren wir da. Gaaaanz oben im Norden! In einem Souvenirshop kauften wir  Heiko eine Wollmütze mit der Aufschrift „58° North“ und Souvenirs für unsere Freunde. Bis zum Cape Wrath haben wir es aber nicht geschafft. Es gab erst einmal ein Mittagessen in Durness. Und anschließend haben wir diese tolle Bucht gefunden:

Leider war der Zugang zum Strand gesperrt. Wir sind gar nicht weit gekommen, da entdeckten wir erneut einen Zugang nach unten. Mal sehen, wo der Weg uns hinführt…

Da ist eine Höhle und auch einige Menschen sind da unten. Was gibt es da wohl zu sehen? Tja, ich hatte erst mal keine Gelegenheit mich recht umzusehen denn wir waren an der Smoo Cave gelandet. Schnell war entschieden, dass wir die Besichtigung mitmachen wollten. Dummerweise waren die Batterien unserer Kamera oben im Auto (oder war es ein weitere SIM-Karte?). Also war Anti so nett und stiefelte noch einmal hoch während Heiko schon mal ein paar Fotos machte.

Unten angekommen stellte ich fest, dass fast alle Leute weg waren. Die Tour hatte ohne uns begonnen – wie doof! Aber Heiko sagte, dass da noch ein Paar wäre, die nicht mitgekommen seien und dass er Guide eine weiter Tour für uns 4 machen würde. Also brauchten wir nur noch zu warten.

Wir setzten schon mal die Helme auf, die vorgeschrieben waren. Bald kam die vorige Gruppe zurück und für uns ging es los. Diese Tour erforderte den Umstieg in ein Schlauchboot, aus dem wir in der Höhle immer wieder mal austiegen und ein Stück liefen. Der Guide erzählte alles mögliche über diese Höhle und zwar auf Englisch und auf deutsch. Höhlendeutsch, sagte er.

Bei einer Durchfahrt mussten wir uns unten ins Boot knien und ducken, so flach war es hier. Aber auch bei einigen Durchgängen musste man den Kopf einziehen. Da ich meist als letzte ging, hatte ich auch wenig Licht und einmal war ich sehr dankbar für den Helm, da ich einen Vorsprung in Kopfhöhe übersehen habe. Das hat ganz schön gerummst, aber wehgetan hat es mir nicht – guter Helm!

Der Guide erzählte viel über Geologie und das dies hier geologisch zu Kanada gehören würde – Nova Scotia nämlich. Auch konnte man irgendwelche Einlagerungen in den Felsen erkennen.


Man wollte hier die Nachbarhöhle erkunden, aber die Kamera ist stecken geblieben


feinste Einlagerungen

Das war eine sehr interessante und auch ein wenig abenteuerliche Tour, denn das Ein- und Aussteigen aus dem Boot war jedes Mal ein Balance-Akt. Aber sie hat sehr viel Spaß gemacht. Was sie gekostet hat, weiß ich nicht mehr, auf jeden Fall hat der Guide noch ein ordentliches Trinkgeld dazubekommen.

Dann ging es weiter. Wir sahen immer wieder schöne Buchten, aber bis ganz nach Osten, wie wir es ursprünglich dachten, sind wir nicht gekommen.

Es war schon nach 16 Uhr und wir entschieden uns, im Landesinneren zurück zu unserem Campingplatz zu fahren. Auch wieder sehr schön und sehr einsam.

Naja, jetzt geht es eigentlich wieder südwärts… Viel zu erzählen gibt es da eigentlich nicht mehr. Die Strecke war lang und einsam. Und die meiste Zeit war die Strecke einspurig. Das war aber kein Problem, da es immer wieder Haltebuchten gab. Sah man also weit entfernt einen Wagen ankommen, hielt man an der nächsten Bucht an und wartete. Das konnte machmal eine Weile dauern. Aber das klappte immer und wir waren recht entspannt dabei.

Ich schreibe nun nur noch kleine Kommentare unter die Bilder, denn erlebt haben wir nichts Besonderes mehr – außer natürlich diese schöne Gegend.


? ? ?


Hier waren nur Schafe zu sehen, war die Telefonzelle für die gedacht?


Irgendeine Festungsanlage – nicht die einzige dort oben


Regen können wir auch


Die andere Richtung sieht so aus


Laut Kamera 0:17 Uhr, aber vermutlich war es 23:17, trotzdem noch hell!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.